Tacheles- Die Schülerzeitung der TMS


„Ich habe sehr viel Glück gehabt“

Posted in Entlassung von Herrn Dr. Fick von chefre - März 2, 2010

Dr. Eckhard Fick

Schüler im Spalier applaudieren
In den Gängen, stehen, frieren
Warten auf den einen Mann
Den jeder nur lieben kann
Wir folgen ihm in die Turnhalle
Versammelt sind wir, fast alle
Doch was geschieht dann?
Lest selbst, ich fange an:

Es war der letzte Gang unseres stellvertretenden Schulleiters, eines Mannes, der an der ganzen Schule gekannt und geliebt wurde. Nicht nur, weil jeder an ihn denkt, wenn er morgens auf den Vertretungsplan schaut, sondern auch weil seine Präsenz einfach in Allem zu spüren war. Herr Doktor Fick war ein Mensch, dessen Aura die gesamte Schule erfüllte. Ich spreche von ihm nicht in der Vergangenheit, weil er gestorben ist, sondern weil er uns leider verlassen musste. Das war auch der Grund, aus dem die Schülerschaft sich an diesem besonderen Tag in der Turnhalle versammelte.

Als alle auf ihren Plätzen saßen begann das Spektakel mit einem Stück der Percussiongruppe, angeleitet von Herrn Salomon, der sich selbst nicht zu schade war um begeistert mitzutrommeln.

Herr Flittiger begrüßte die versammelte Menge und erzählte uns von dem Wirken des stellvertretenden Schulleiters und von seiner Freundschaft zu dem Mathelehrer, dessen Vaddi-Huldigungen bei der gesamten Schülerschaft bekannt gewesen waren. Nach über dreißig Jahren an unserer Schule blickte Herr Fick immer noch durch seine meterhohen Papierstapel und Herr Flittiger hörte oft den Satz: „Da hab ich doch was…“. Herr Ficks Verlassen wird eine Lücke hinterlassen, nicht nur in der Lehrerschaft, sondern auch in unseren Herzen.
Deutlich sah man, wie gerührt Herr Fick von den Worten war und er wischte sich gelegentlich über die Augen um ein paar Tränen zu verstecken.
Nach dieser Ansprache, trat Herr Grahl an das Pult und erzählte von seinem Mathe-Leistungskurs vor vielen, vielen Jahren in dem er so viel gelernt hatte, dass er noch heute von diesem Wissen zehrt. Bei einem Klassentreffen brachte Herr Fick seine zwei Söhne mit, die sich zwei Motorradhelme aufsetzten und damit durch die Gegend liefen. Sie sahen aus wie zwei Helme mit Beinen. In einer Abizeitung war ein Vermerk zu Herrn Fick: „Vati Fick, der sich selbst den Meister nennt“ und genau so hat ihn jeder Schüler in Erinnerung.
Nach dieser humorvollen Rede besang unser schuleigener Lehrerchor den stellvertretenden Schulleiter mit den Zeilen: „…und bis wir uns wiedersehen halte Gott dich fest in seiner Hand…“
Frau Miethig beglückte uns ebenfalls mit einigen Worten über den Nachwächter am Vesuv mit einer Tasse Kaffee, der sie oftmals mit den Worten „Lass uns eine schmöken“ dazu aufforderte mit ihm in blauem Dunst zu verschwinden. Er war der Ruhepol, der mit seiner zufriedenen und beruhigenden Art und mit seiner Ausgeglichenheit die Menge auflockern kann, seine Begeisterung für die so preiswerten Klarsichtfolien ist Frau Miethig besonders in Erinnerung geblieben.
Die Turner bedankten sich ebenfalls für viele Jahre Vertretungsplan mit Salti, Drehungen, Handständen und Flickflacks, abschließend schenkten sie Herrn Fick noch einen Schulpullover.
Herr Denckmann redete von wunderbaren Zeiten, die Hochrechnungen und Befragungen zu Kommunalwahlen für den Offenen Kanal Lübeck beinhalteten, von „dem Tisch“ und humorvollen Mathekollegen. Er überreichte Herrn Fick ein Plakat von der Rentnerpartei, handsigniert von Rolf Tetzlaf-Gahrmann persönlich, der Stempel war datiert auf den 28.1.2010, den Tag der Verabschiedung.
Auch sprach Herr Denckmann seinen Freund und Mitstreiter persönlich an mit einem Insider, der von Herrn Fick stammt: „Wir sind soweit fertig, wir müssen nur noch die Varianzen minimieren.“

Nachdem der Lehrerchor noch einmal mit rührender Anteilnahme „Goodbye Sweetheart it’s time to go“ gesungen hatte, kam das Schlusswort.
Herr Fick sprach über 65 Jahre Lebenszeit, davon 30 ½ Jahre an der Thomas-Mann-Schule und acht Jahre als stellvertretender Schulleiter. Er gab zu, dass er überwältigt war und weiche Knie hatte, dass er den fantastischen Abschied nie vergessen würde. Wohlbefindlichkeit und Dankbarkeit waren die Worte, die er benutzte um seine Gefühle zu beschreiben.

Wir bedanken uns bei Herrn Dr. Fick für 8 Jahre, die Sie uns als stellvertretender Schulleiter geschenkt haben, für jede Überstunde, in der Sie, anstatt bei Ihrer Frau und den zwei Söhnen zu sein, unsere Vertretungspläne erstellt haben, für 30 ½ Jahre Mathematik. Für die Zukunft wünschen wir Ihnen alles Gute und eine glückliche Zeit mit Ihrer Familie.

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