Tacheles- Die Schülerzeitung der TMS


Abi – Entdecke die Möglichkeiten

Posted in Allgemein von chefre - Juni 30, 2010

Sie laufen im Kiez-Outfit rum, tragen Bademäntel oder sind als Hippie verkleidet und sehen dabei äußerst vergnügt und unbesorgt aus. Sie sind in letzter Zeit selten in der Schule. Ein mancher mag die Abiturienten aufgrund ihrer schrägen Klamotten, ihres Alters oder der ganzen Freiheit beneiden, doch mit Beginn der Oberstufe fürchtet man den 13. Jahrgang. Abitur! Du musst ein gutes Abitur haben, damit du deinen Traumstudienplatz bekommst. Du musst dich entscheiden, was du für den Rest deines Lebens machen willst. Aber bevor du darüber in Ruhe nachdenken kannst, kommen diese Prüfungen, wo man still auf dem Gang sein muss und man an den Wänden und Türen die „Bitte Ruhe, Abitur!“ – Schilder sieht.

Doch wie läuft das jetzt genau ab mit diesem Abitur ?

Jeden Tag fällt man kleine Entscheidungen : Pumps oder Sneaker? Pizza oder einen lockerleichten Salat ohne Dressing? Bier oder Cocktail? Hose oder Rock? Krimi oder Komödie? Schlagsahne oder Schokosoße?

Solche Entscheidungen fallen einem nun jetzt auch wirklich nicht schwer, im Grunde haben sie keine wirklich prekären Auswirkungen auf den Rest deines Lebens. Aber jetzt kommt die Landesregierung nach der verwirrenden Einführung der Profiloberstufe und all dem Trubel um den Mittleren Schulabschluss und präsentiert ein neues Resultat ihrer Kreativität: die neue Verordnung für das Abitur.

Eigentlich gilt für den jetzigen 11. und 12. Jahrgang eine Abiturverordnung aus dem Jahre 2007 (im Folgenden die alte Verordnung), nach Antrag können Schülerinnen und Schüler jedoch für ihr Abitur die Bestimmungen der neuen Verordnung vom August 2010 anwenden. Die alte Verordnung sieht fünf Abiturprüfungen vor, wobei P1 und P2 schriftliche, zentrale Prüfungen in einem Kernfach sind, P3 eine schriftliche dezentrale Prüfung im Profilfach ist, P4 eine mündliche Prüfung und P5 entweder eine schriftliche Prüfung, eine Präsentationsprüfung oder eine besondere Lernleistung ist. Die Abiturnote setzt sich dann also aus 5 Noten zusammen, die jeweils zu 20% zählen.

Laut der neuen Verordnung kann P4 wahlweise eine mündliche Prüfung oder eine Präsentationsprüfung sein. Den Abiturientinnen und Abiturienten ist freigestellt, die 5. Prüfung als mündliche Prüfung, besondere Lernleistung oder gar nicht abzulegen. Legt man nur 4 Prüfungen ab, setzt sich die Abiturnote aus 4 Noten zusammen, die jeweils zu 25% zählen. In die Endzensur zählen in beiden Fällen die Noten aus dem 12. und 13. Jahrgang und die Abiturprüfungsergebnisse. Zu bedenken ist aber, dass es für Block I, die Ergebnisse aus dem 12. und 13. Jahrgang, nach den beiden Verordnungen unterschiedliche Berechnungen gibt.

Die Vorteile und Nachteile dieser neuen Regelung sind wohl für jede Schülerin und jeden Schüler selbst abzuwägen. Da man in seinen Abiturprüfungen drei Aufgabenfelder abdecken muss, nämlich das sprachlich/literarische (z.B. durch Deutsch oder Englisch), das gesellschaftswissenschaftliche (z.B. durch Erdkunde, Geschichte oder WiPo) und das mathematisch/naturwissenschaftliche Aufgabenfeld (z.B. durch Mathe, Physik oder Biologie) und außerdem in zweien der drei Kernfächer eine Prüfung ablegen muss, könnte für einige Schüler eine fünfte Prüfung nützlich sein, wobei man aber auch noch bedenken muss, dass die Vorbereitung auf eine fünfte Prüfung eine weitere Belastung darstellt. Zu beachten ist außerdem, dass eine Präsentationsprüfung in der neuen Verordnung aus einer 10-minütigen Präsentation und einer 20-minütigen mündlichen Abfrage zusammengesetzt ist und eine Präsentationsprüfung in der alten Verordnung aus einer 15-minütigen Präsentation und einer 15-minütigen Abfrage besteht. Man kann nur eine Präsentationsprüfung nach beiden Verordnungen ablegen und darf nicht fünf schriftliche Prüfungen ablegen. Beispielrechnungen ergeben hier im Allgemeinen keine bessere oder schlechtere Verordnung, jede Schülerin und jeder Schüler muss für sich selbst die Entscheidung treffen, welche Form des Abiturs die richtige ist. Für Menschen, die aber gern dem Konjunktiv „hätte ich doch bloß…“ verfallen, ist die Entscheidung zur Form des Abiturs eine wirkliche Belastung…

Vivien Valentiner

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