Tacheles- Die Schülerzeitung der TMS


Jörn Martens

Posted in Allgemein von chefre - Juni 30, 2010

Jörn Martens  (20) hat sein Abitur 2009 an der TMS absolviert. Er hat sein  Freiwilliges Soziales Jahr nun fast beendet und hat Großes vor. Dem Tacheles verriet Jörn seine bisherigen Erfahrungen, aber auch Wünsche und Träume für die Zunkunft.

Tacheles: Hattest du bereits bevor du dein Abi auf der TMS gemacht hast genaue Vorstellungen von dem, wie deine Zukunft einmal aussehen würde?

Jörn: Nein. Und ich weiß es jetzt noch immer nicht ganz genau. Mit dem Abi in der Tasche wusste ich nur, dass ein Freiwilliges Soziales Jahr im Sport beim MTV Lübeck auf mich warten würde. Was danach kommt – wer weiß?

Tacheles: Hast du dich in dieser Zeit intensiv mit dem, was nach dem Abi kommt beschäftigt oder wusstest du eigentlich gar nicht, was du ohne Schule machen solltest?

Jörn: Da das FSJ schon einige Wochen vor dem Abi feststand, hatte ich genügend Zeit mich in der „heißen Phase“ auf die Schule zu konzentrieren. Um einen Studienplatz habe ich mich nicht gekümmert, sondern für mein Abi und die Abizeitung gearbeitet. Ich wollte zunächst das kommende Jahr abwarten.

Tacheles: Hast du dich schon frühzeitig um ein FSJ gekümmert und dich ausführlich für dies informiert?

Jörn: Vom FSJ im Sport hatte ich schon vor Jahren zufällig im Internet gelesen. Nach einem verlorenen Punktspiel hatte ich dann die spontane Idee: Ein FSJ in „meinem“ Verein, dem MTV Lübeck. Ich habe sofort bei Trainern und Verantwortlichen im Verein Werbung gemacht und mich dafür eingesetzt, dass diese Stelle geschaffen wird. Dass es so gut geklappt hat, konnte ich kaum glauben. Nach der Musterung stand es dann fest: Kriegsdienstverweigerung und der Beginn eines tollen FSJ.

Tacheles: Denkst du das es das richtige für dich war?

Jörn: Auch wenn mir der direkte Vergleich zur Bundeswehr oder zum Zivildienst fehlt: Ich kann fast nur Positives von meinem FSJ berichten. Ich hatte immer das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Kinder und Jugendliche beruflich beim Kinderturnen, Leichtathletik oder Badminton zu trainieren war eine Erfahrung, die ich sonst so intensiv nie in meinem Leben gemacht hätte. Dazu kamen Events und administrative Aufgaben im Verein. Auch die Seminare, die ich ableisten musste, waren super. Ich habe viele nette Menschen kennengelernt und die Zeit genossen.

Tacheles: Wie sieht deine nahe Zukunft aus?

Jörn: Derzeit bin ich in den letzten Zügen des FSJ. Ein Ferienpassprojekt wartet noch auf mich, dazu jede Menge Urlaub in den USA und Norwegen! Sogar das einwöchige Abschlussseminar mit allen amderen FSJlern im Sport aus Schleswig-Holstein habe ich bereits hinter mir. Nach den Sommerferien muss ich mich dann wohl auch von meinen Badminton-, Leichtathletik- und Kindergartenkindern trennen. Leicht wird es nicht….aber danach wartet mit dem Studium ein neuer Lebensabschnitt auf mich, auf den ich mich schon jetzt riesig freue.

Tacheles: Wo wirst du voraussichtlich studieren?

Jörn: Vermutlich zieht es mich ins schöne Münster. Das mache ich dann mit meinem Fahrrad unsicher und finde hoffentlich viele neue Freunde, mit denen das Studium Spaß macht. Man wird mich dort wohl des Öfteren an der Fakultät für BWL antreffen.

Tacheles: Genießt du das Leben nach der Schule in der Freiheit oder denkst du oft an die Schulzeit zurück?

Jörn: Es ist erstaunlich: Die ersten Wochen nach der Schule waren hart, ich habe sie wirklich vermisst. Mittlerweile wirkt die Schule aber unglaublich weit entfernt, ich denke nur noch selten darüber nach, wie es wäre den Vormittag bei Mathe oder Wipo zu verbringen. Durch die neue Aufgabe im Verein kam nie Langeweile auf und das Leben ging weiter – auch ohne Schule.

Tacheles: Würdest du das, was du gerade machst, anderen weiterempfehlen?

Jörn: Jeder, der Sport liebt, Spaß daran haben kann Kinder und Jugendliche zu betreuen und vor allem Offen für völlig neue Erfahrungen ist, sollte ein FSJ ernsthaft in Erwägung ziehen. Besser kann man die Zeit zwischen Schule und Studium kaum nutzen.

Tacheles: Wie schätzt du die heutige Perspektive der Abiturienten ein, was ihr späteres Leben betrifft?

Jörn: Wie gut seine Perspektive ist, das liegt wohl an jedem Einzelnen. Ich weiß nicht, was mich später im Beruf erwartet und plane daher mein Leben in überschaubaren Etappen. Was ich in 10 Jahren mache, weiß ich nicht. Aber ich kann z.B. über das FSJ oder das Studium die Voraussetzungen für die verschiedensten Tätigkeiten schaffen. Wenn ich flexibel und offen bin, dann werde ich bestimmt auch gute Perspektiven haben.

Tacheles: Fühltest du dich durch die TMS auf dein späteres Leben vorbereitet?

Jörn: Ich glaube, dass ich für ein solches Fazit doch noch nicht genug von meinem „späteren Leben“ erlebt habe. Ich reiche die Antwort in 10 Jahren nach…

Tacheles: Ist das, was du momentan tust, anstrengender als Schule?

Jörn: Im Gegensatz zur Schule erscheinen die 38,5 Stunden im FSJ fast immer geradezu lächerlich. Da merkt man erst, was man in der Schule leisten muss, wenn man sich anstrengt. Trotzdem ist das FSJ kein müdes Abhängen, auch hier habe ich manchen Abend und einige Wochenenden geopfert und -hoffentlich- gute Projekte organisiert.

Tacheles: Was vermisst du besonders an der TMS?

Jörn: Ganz klar: Meinen tollen Jahrgang, die unterhaltsamen Stunden in der Oberstufe und den lockeren Umgangston mit den Lehrern. In den letzten Jahren hat Schule so richtig Spaß gemacht!

Tacheles: Vielen Dank, Jörn!

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